Forschungsprojekt
Research project
FRAGILE
>> Fluvial transport process alterations in partly glaciated catchments forced by climate change <<
Als interdisziplinäres Forschungsprojekt untersucht FRAGILE die Auswirkungen des Gletscherrückgangs als Folge des Klimawandels auf den Sedimenttransport hochalpiner Bäche.
As an interdisciplinary research project, FRAGILE is investigating the effects of glacier retreat as a result of climate change on the sediment transport of high-alpine rivers.
Beschreibung
>> English project description HERE <<
Die Gletscherfläche Österreichs ist seit 1850 um mehr als 66 % zurückgegangen. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts kann nicht ausgeschlossen werden, dass die gesamten österreichischen Alpen gletscherfrei sein werden. Die Hochgebirgslandschaft befindet sich in einem unübersehbaren Wandel, wo z.B. veränderte Wechselwirkungen zwischen der Sedimentverfügbarkeit und Gletscherhydrologie durch den rasanten Gletscherrückgang ganze Flusslandschaften im hochalpinen Raum nachhaltig umgestalten. Das Forschungsprojekt FRAGILE (Fluvial transport process alterations in partly glaciated catchments forced by climate change) der Universität für Bodenkultur untersucht gemeinsam mit GeoSphere Austria die markanten Auswirkungen des Klimawandels im Hochgebirge auf den Sedimenttransport in den Bächen.
Im Fokus steht die Rofenache – von ihrer Quelle bis zum Inn – und welche Folgen die Veränderungen für das Ötztal und darüber hinaus entstehen können. Die Rofenache entspringt dem Hintereisferner, welcher derzeit jährlich rund 5 % seines Eisvolumens verliert. Alle Gletscher innerhalb des Einzugsgebiets der Rofenache haben seit 1850 mehr als 50 % ihrer Fläche verloren. Diese dramatischen Veränderungen des hochalpinen Wasser- und Sedimenthaushalts werden nun intensiv durch ein umfassendes Überwachungssystem beforscht. Drohnenbasierte Aufnahmen der Oberfläche liefern Informationen zum Zustand der Berghänge bzw. der Bäche, die Messstationen in Vent und Sölden geben uns Auskunft zum Durchfluss und Sedimenttransport im Untersuchungsgebiet.
Ein wesentlicher Punkt dieses Projektes ist die aktive Beteiligung der Bevölkerung in der „Datenaufnahme“. Dieser zentrale Aspekt des Forschungsprojekts soll das Bewusstsein für die sich stark veränderten hochalpinen Landschaften schärfen. Aus diesem Grund möchte das Forschungsteam sowohl die lokale Bevölkerung als auch Wandernde und Bergsteigende motivieren, an einem definierten Abschnitt der Rofenache aktiv am Forschungsprojekt teilzunehmen. Bei der Vernagtbrücke gibt es Halterungen für die exakte Positionierung, mit denen man mit dem eigenen Smartphone Fotos von Veränderungen (Steine, Geröll) im Einmündungsbereich Vernagtbaches/Rofenache machen kann, diese hochlädt und so einen sehr wertvollen Beitrag zum Projekt leistet. Mehr Informationen dazu hier.
Team
Das Kernteam dieses Forschungsprojekts besteht:
Informationen
Projektleitung
_Universität für Bodenkultur Wien
Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung (IWAH)
BOKU Wasserbaulabor (River lab)
PI: Rolf Rindler | [email protected]
Projektdetails
_Förderagentur
Klima und Energiefonds (16. ACRP Call)
_Laufzeit
01. Juli 2024 bis 30. Juni 2027
Projektpartner & -kooperationen
_GeoSphere Austria
Kontakt: Michael Avian | [email protected]
_Tiroler Wasserkraft AG
Kontakt: Martin Schletterer | [email protected]
_Hydrographischer Dienst Tirol
_Österreichischer Alpenverein
_Ötztal Tourismus